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Berichte zum 100-Jahre-Jubiläum in der lokalen Presse von August bis Oktober 2008

Ein Vereinsvorstand braucht Idealismus.
TUTTLINGEN, 22.8.2008 - Der Tuttlinger Schneeschuhverein wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. In einer Serie berichten wir über einen der traditionsreichsten Vereine der Kreisstadt mit seinen Abteilungen und seiner bewegten Geschichte. Im ersten Teil der Serie stellt der vierköpfige Vorstand sich und seine Arbeit vor.
Sie haben gewusst, auf was sie sich da einlassen.
Als im Mai der neue Vorstand des Schneeschuhvereins gewählt wurde, da war klar, dass auf das vierköpfige Gremium jede Menge Arbeit zukommen würde. Den ersten Vorsitzenden Bernd Kramer, die Vorstände Thomas Waizenegger (Sport) und Ernst-Gunther Huber (Hüttenverwaltung) sowie Geschäftsführer Jörg Haller hat das nicht abgeschreckt. "Idealismus" und "Liebe zum Sport" sind Begriffe, die fallen, wenn man die Vier nach ihrer Motivation fragt. "Manchmal ist es schon eine Last, wenn man drei oder vier Termine in der Woche hat", gesteht Thomas Waizenegger. "Dann kommt man von der Arbeit nach Hause, zieht sich nur kurz um und ist wieder weg." Es gehört viel Engagement dazu, einen Verein zu führen. Erst recht einen mit dieser Tradition. "Das ist auch eine Verpflichtung", sagt Bernd Kramer. Die Tradition fortzuführen und den Verein auf zukunftsfähige Füße zu stellen, das sehen die vier Männer als ihre Hauptaufgabe.

Die Tragödie von Sölden.
Nicht zuletzt nach dem 5. September 2005. Das tragische Seilbahn-Unglück von Sölden, bei dem neun Menschen ihr Leben verloren, hat den Schneeschuhverein in seinen Grundfesten erschüttert. Denn drei junge Mitglieder des Schneeschuhvereins stürzten an diesem Tag in den Tod. In solchen Phasen zeigt sich, wie zusammengewachsen ein Verein ist, wie viel Halt er den Eltern und Geschwistern geben kann. Dass mit Thomas Waizenegger ein Vater seinen Idealismus behalten hat, der eine Tochter in Sölden verloren hat, zeigt, dass der Zusammenhalt im Verein funktioniert. "Natürlich habe ich immer wieder ans Aufhören gedacht", sagt er. Aber sein Sohn fährt weiterhin Skirennen, also hat auch der Vater weitergemacht. "Wenn man einen funktionierenden Verein hat", glaubt Waizenegger, "dann überwiegen die schönen Zeiten. Und uns geht es darum, den Kindern dieses Gemeinschaftsgefühl zu ermöglichen." Also blickt der Verein voraus, ohne die Vergangenheit zu vergessen. In welche Bahnen sie den Verein lenken wollen, ob zu den drei Sparten Ski Alpin, Radfahren und Breitensport eventuell noch eine hinzukommt, damit wollen sich die Vorstände im kommenden Jahr beschäftigen. 550 Mitglieder zählt der Schneeschuhverein derzeit. Es sollen wieder mehr werden. "Wir müssen sehen, wie wir die Leute auf die Hütte und den Hang bekommen", sagt der Vorsitzende Bernd Kramer.

Herbstgala am 18. Oktober.
Wie sie das anstellen, damit wollen sich die vier Männer frühestens am 19. Oktober beschäftigen. Denn am Tag vorher feiern sie das Jubiläum mit einer Herbstgala - und der gilt derzeit ihre volle Aufmerksamkeit und ihr voller Einsatz. Das Programm für die Party in der Stadthalle steht mittlerweile, dazu arbeiten sie an einer umfangreichen Festschrift. Über Arbeitsmangel kann sich das Quartett also derzeit kaum beklagen. Aber Bernd Kramer, Jörg Haller, Ernst-Gunther Huber und Thomas Waizenegger tun das gern. Aus Idealismus - und aus Liebe zum Sport.



Der Ski-Nachwuchs erhält seine Chance.
TUTTLINGEN, 4.9.2008 - Der Schneeschuhverein Tuttlingen feiert in diesem Jahr seinen 100. Geburtstag. Trotz dieser langen Tradition ist der Verein jung geblieben: Er hat immer auf qualifizierte Nachwuchsarbeit gesetzt. Vor 45 Jahren hat er seine Skischule gegründet und mit ihr für rund 10 000 Tuttlinger in dieser Zeitspanne die Basis für den Spaß am Wintersport gelegt. In den Anfangsjahren der Skischule boomte das - in der Regel alpine - Skifahren regelrecht. Um die 500 Teilnehmer an den Kursen im Laufe eines Winters waren durchaus Standard. Inzwischen wird - auch wegen der oft genug "abgeblasenen" Winter - die Messlatte deutlich niedriger gelegt. Aber es sind immerhin noch rund 40 Kinder und Jugendliche, die von qualifizierten Skilehrern und Trainern im Laufe eines Winters die Faszination des Skifahrens kennen lernen. Dabei wird der Breitensport bewusst in den Mittelpunkt gerückt. Und ganz besonders sollen die sozialen Aspekte zählen. Die Integration der jungen Schützlinge in eine Gemeinschaft werde gefördert, und der Schneeschuhverein wolle ihnen ein Stück weit Heimat sein und "etwas mitgeben ins Leben", erklärt der für den Sport zuständige Vorsitzende Thomas Waizenegger. Wenn dann pro Jahr ein bis zwei Kinder aus dieser Gruppe den Weg zum Rennlauf finden würden, "dann ist dies super". Aber gleichzeitig wird klargestellt, dass dies dann "eine Familiengeschichte" werde. Ohne die Unterstützung der Familie gehe im wettkampfmäßig betriebenen Skisport nichts, erklärt Ralf Forster als Trainer der alpinen Rennmannschaft. Insgesamt jedoch würde dem Wintersport mal wieder ein "richtiger" Winter in der Region gut tun. Als Beispiel führt Forster die Saison 2005/2006 an. "Auf einen Schlag" sei damals die aktuelle Rennmannschaft um 20 "Neue" verstärkt worden. Daher habe derzeit auch die Aufbauarbeit immer noch Vorrang. Aber deren Früchte seien messbar. Siege seien zwar noch eher selten, aber die Chancen für einen Platz "auf dem Stockerl" seien auf Bezirksebene immer realistisch. Und wenn sich dann noch ein Talent herauskristallisiere, werde der Schneeschuhverein im Rahmen seiner (finanziellen) Möglichkeiten helfen.

"Skihütte ist ein Segen"
Für die Ausbildung im Schneeschuhverein spiele die Skihütte "eine zentrale Rolle", erklärt der für die Hütte zuständige Vorstand Ernst-Gunter Huber. Sie sei "schlichtweg ein Segen". Wenn dann am Aggenhauser Hang auch noch Schnee liege, könne die Infrastruktur des Vereins optimal genutzt werden. Zumal der rund 600 Meter lange Hang ideal für Anfänger sei. Er biete zudem auch eine steilere Variante für Rennen. Dort seien auch schon Parallelslaloms ausgetragen worden - "mega spannende Rennen", wie sich Trainer Forster erinnert. Insgesamt jedoch ist zumindest die Rennmannschaft auch auf anderen Pisten heimisch geworden, z.B. im Feldberggebiet, wo noch meist "eine gesunde Portion Schnee" liege. Denn mit ihrer deutlich aggressiver gewordenen Fahrweise seien die Rennläufer "ganz schnell auf Gras" und deshalb nicht überall willkommen. Und apropos Gras: Skirennsport sei ein Ganzjahressport geworden. Zum Schneetraining und der im Winter wöchentlichen Skigymnastik mit gezieltem Koordinations- und Balancetraining wird der Aufbau der Grundkondition angeboten.



Schneeschuhverein sorgt auch für Fitness
TUTTLINGEN, 20.9.2008 - Der Schneeschuhverein Tuttlingen wird in diesem Jahr 100 Jahre alt. In dieser Zeit ist er in seiner Entwicklung nie stehen geblieben. Ein Ergebnis ist, dass längst nicht mehr nur "Schneeschuhfahren und Hüttenzauber" am Aggenhauser Hang angeboten werden. Auch die Tourengruppe ist ein fester Bestandteil im Vereinsleben. Quasi als sportliche Art von Après-Ski kam der Breitensport mit einem differenzierten Programm dazu. Für den Breitensport hat der Schneeschuhverein sogar eine eigene Abteilung. Seit 1992 mit der ehemaligen Sportlehrerin Charlotte Deutschkämer als treibende Kraft und Abteilungsleiterin. Allerdings gibt es bei einigen Angeboten noch freie Kapazitäten, seit Fitnessstudios in Mode gekommen sind. Am Anfang stand die Skigymnastik mit damals bis zu 120 Teilnehmern pro "Turnstunde". Sie hat bereits seit 45 Jahren Tradition. Denn irgendwann hatte sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass Skifahren deutlich mehr Spaß macht, wenn die körperliche Fitness stimmt. Zumal auch noch nachgewiesen ist, dass die Verletzungsgefahr, besonders bei Freizeitsportlern, signifikant abnimmt, wenn Koordination, Kraft und Ausdauer trainiert wurden. Und nicht nur für Schwaben ist angenehmer Nebeneffekt, dass die Liftkarten intensiver genutzt werden können. "Immer mittwochs" heißt es jetzt wieder bei dieser Gruppe. Inzwischen in der nagelneuen Halle der LURS. Diese sei "supergut" macht "Vorturner" Harald Schulze Appetit aufs Mitmachen. 
Als "gelernter" Ausdauersportler steht Schulze auch für den Tourenbereich. Während des Winters organisiert er je nach Schneelage - immer auf gespurten Loipen - Touren mit den "schmalen Latten". Für Anfänger am liebsten auf dem Heuberg. Die Erfahreneren nimmt er mit in den meist noch schneesicheren Schwarzwald oder ins Allgäu. Von Frühjahr bis Herbst geht es auf Schusters Rappen in die Natur. Dies kann im Donautal wie auch im Schwarzwald sein, oder auch als Gebirgswanderung im Allgäu. Nicht unbedingt typisch für einen Wintersportverein ist die Volleyballgruppe. Diese trifft sich regelmäßig montags in der IKG-Halle. Auf jeden Fall für Spaß am Spiel, denn das Schöne am Volleyball sei, dass dieser Mannschaftssport in Bezug auf Alter und Geschlecht ohne Probleme "mixed" gespielt werden könne, so Mitspielerin Charlotte Deutschkämer aus der Kategorie Ü 70.

Auch Seniorengymnastik
Und da Sport auch im Alter für eine Erhöhung der Lebensqualität und Lebensfreude garantiert, hat sie vor etwas mehr als drei Jahren die Seniorengymnastik in die Angebotspalette genommen. Unter dem Motto "mit Musik geht alles leichter" und mit vielseitiger Gymnastik hilft sie mit, dass das biologische Alter lange auf niedrigerem Niveau gehalten werden kann. Wichtig ist ihr auch bei diesem Angebot, dass neben dem Spaß am Sport die Kommunikation nicht zu kurz kommt.Echt am Herzen liegt ihr zudem der Lauftreff. Während des Frühsommers wird mittwochs zunächst im Schritttempo der Leutenberg "bestiegen", um dann in zwei leistungsabhängigen Gruppen zu laufen. Ab Mitte Juni bis in den Herbst steht dann das Training fürs Sportabzeichen an. In diesem Jahr haben immerhin 72 Teilnehmer die Bedingungen "geschafft" und damit die Qualität des Angebots unter Beweis gestellt.



Michael Hipp schafft auf einem Bein Ski-Rekorde
TUTTLINGEN, 26.9.2008 Der Schneeschuhverein Tuttlingen feiert in diesem Jahr sein 100-jähriges Bestehen. Im sportlichen Bereich sind die Leistungen von Michael Hipp als vielfacher Medaillengewinner bei den Paralympics und den Weltmeisterschaften der Behinderten absolut herausragend - erreicht während einer langen Karriere von 25 Jahren. Und trotz (oder gerade wegen?) seiner Erfolge ist er dem Schneeschuhverein treu geblieben. Er ist dort verwurzelt, weil er seine sportlichen Anfänge und die Unterstützung durch den Verein nicht vergessen hat. Er freut sich, dass er nach seinem Karriereende vor sechs Jahren wieder "die Kurve gekriegt" habe zurück zum Schneeschuhverein. Es sei schön, wenn man etwas zurückgeben könne. Und so engagiert er sich im Nachwuchsbereich. Statistiken haben bei Michael Hipp, Jahrgang 1963, nur untergeordnete Priorität. Die Frage, wie viele Titel er sich bei deutschen Meisterschaften für Behinderte im alpinen Skisport geholt habe, erwischt ihn kalt. So um die 40 könnten es gewesen sein, schätzt er. Zumal er den ersten Sieg bereits als 15-Jähriger in der Jugendklasse im Riesenslalom "eingefahren" hatte. Bei Weltmeisterschaften und Paralympics hat er insgesamt zehn Medaillen geholt. Das hat er relativ schnell "nachgerechnet". An einige dieser sportlichen Höhenflüge erinnert er sich besonders gerne. Bei den Weltmeisterschaften 1982 im schweizerischen Les Diablerets erreichte er drei Mal Silber und ein Mal Bronze. Als größten Erfolg wertete er die Weltmeisterschaft 1996 in Lech. Er gewann quasi die Königsdisziplin, die Abfahrt. Und absolut top sieht er vom Emotionalen her auch seine Bronzemedaille bei den Paralympics 2002 in Salt Lake City. In seinem allerletzten Rennen holte er sie ausgerechnet im Slalom, seiner vermeintlich schwächeren Disziplin.

Mit neun Jahren Bein verloren.
Den Spruch der "alten Römer" vom gesunden Geist im gesunden Körper hat er in seiner sportlichen Laufbahn praktisch tagtäglich widerlegt. Er entwickelte einen gesunden Kampfgeist trotz seines körperlichen Handicaps: Er war als neunjähriger Bub mit dem Fahrrad unter einen Lastwagen geraten. Als Folge einer Blutvergiftung musste danach ein Bein ab dem Oberschenkel amputiert werden. Sein Schlüsselerlebnis hatte er noch im Krankenhaus: Ein Bekannter - ein guter Skifahrer - hatte erzählt, dass einer "mit oim Fuß" ihn abgehängt habe: "Das hat mich fasziniert", erinnert sich der ehemalige Weltklassesportler. So habe er zunächst Skifahren gelernt, sich der Versehrtensportgemeinschaft Tuttlingen angeschlossen und wie zuvor im TB Weilheim in seinem Heimatort auch geturnt. Das einbeinige Skifahren mit den Spezialstöcken hat er danach perfektioniert. Bis dann Tuttlinger "Schneeschuhfahrer" auf ihn aufmerksam wurden. "Mensch, der ist gut, den sollte man fördern", habe einer gesagt. So sei die Verbindung zum Schneeschuhverein zustande gekommen, und er habe von dessen "recht guter und erfolgreicher Jugendarbeit profitiert". 

"Ich war nie weg"
Zumal er dort Ski- und Konditionstraining "ganz normal mitgemacht" habe und auch Schüler- und Jugendrennen trotz seines Handicaps mitgefahren sei. Dies halte er im Rückblick für sehr wichtig. So sei eine besondere Integration nicht notwendig gewesen, "denn ich war nie weg". Im Behindertensport habe er mit 15 Jahren den "Anschluss an die guten Leute" geschafft. Als 16-Jähriger startete er dann zum ersten Mal bei den Paralympics in Norwegen. Prinzipiell hatte er keine Angst vor schnellen Strecken - höchstens Respekt. Zumal diese in etwa den Strecken im alpinen Damenweltcup entsprechen. "Ich mag Geschwindigkeit, Herausforderung und Überwindung". Eine "mulmige" Stimmungslage sei dabei nie aufgekommen, sondern "eher a Supergefühl". Nach seinem Rücktritt als Aktiver ist er auch dem internationalen Sport erhalten geblieben. Michael Hipp ist Teamchef der deutschen Skisportler bei den Paralympics geworden.